Donnerstag, 23. Februar 2017

Gedanken zum Ausblick der US- und EU-Märkten Teil 2

Im vorhergehenden Beitrag haben wir die Situation in USA betrachtet. Die Aussichten sind demnach nicht positiv: die Märkte sind überbewertet, aufgrund der Schulden/Zins-Situation ist mit einem Gewinnrückgang in den nächsten Jahren zu rechnen, und Trumps Protektionismus könnte die Binnenwirtschaft und/oder die Konkurrenzfähigkeit der US-Exportindustrie gefährden.

Wie steht es nun mit Euroland?


Europa

Situation:

  • Die Verschuldungskrise in Euroland ist nicht gelöst - im Gegenteil: sie verschärft sind. Problem sind die Ländern Italien, Spanien, Portugal, Irland, aber auch Frankreich: Die Wirtschaft hat sich seit der großen Krise nicht stabilisiert
  • Ziel der EZB: mit billigem Buchgeld eine Abwertung des Euro erreichen, damit dieser einen fairen Wert zur tatsächlichen Wirtschaftsleistung der jeweiligen Länder hat (mit einem zu starkem Euro können sich die Krisenwirtschaften nicht erholen)
  • Die EZB plant, das Quantitative Easing (QE) fortzusetzen. Bis Ende 2017 sollen 2,3 Billionen(!) Euro frisch gedruckten Geldes in die Märkte gepumpt worden sein. 

Risiken und Folgen:

Verschuldung / Zinsen


  • Die EZB ist gezwungen, das QE-Programm fortzusetzen. Eine rasche Erholung der Südländer ist nicht zu erwarten (sie haben auch seit 2008 trotz Geldflut noch immer nicht das Vorkrisen-Niveau von vor 2007 erreicht!)
  • Ein Zinsanstieg würde zu einem Staatbankrott einiger Staaten führen, daher werden aus politischen Gründen die Zinsen weiterhin nach unten manipuliert
  • Durch steigende Zinsen in USA wird der US-Dollar zusätzlich "attraktiv", und das Geld wird nach Möglichkeit verstärkt von Euro nach Dollar abfließen. Damit wird der US-Dollar im Vergleich zum Euro stärker.

Euro / Wirtschaft


  • Der Euro wird weiterhin abgewertet, oder -andersherum betrachtet- steigt der US-Dollar
  • Die Kaufkraft des Euro sinkt, Importe werden teuerer
  • Die Exportwirtschaft profitiert vom schwachen Euro und verbessert ihre Konkurrenzfähigkeit

Schön und gut, aber was bedeutet das nun für die Aktienmärkte in Europa?



Fazit Euroland

  • Europas Aktienmärkte werden auch in diesem Jahr noch maßgeblich vom billigen Notenbank-Geld der EZB getragen und angehoben.
  • Sie steigen, dürften zumindest nominell den S&P500 outperformen (gemessen in Dollar dürfte der Wert jedoch bestenfalls stagnieren. Solange man seine Lebenshaltung in Euro bezahlt, interessiert das jedoch nur begrenzt)
  • Unternehmen der Exportwirtschaft werden profitieren. Das wird vor allem die Wirtschaft in Deutschland sein. Und hier insbesondere die kleineren Nebenwerte.
Kurzum: Als EU-Bürger kann es sinn machen, in europäischen Aktien zu investieren. Vereinfacht gesagt, sollte man die Kursanstiege durch die Kaufprogramme der EZB nutzen. Komplizierter gesagt dürften europäische Aktien am Besten Stand halten gegen die Verwässerungseffekte durch das EZB-Buchgeld (die Aktien steigen mit der Geldmenge, im Gegensatz dazu bleibt das Sparbuch auf selben Niveau und verliert damit real an Wert).
Innerhalb von Europa ist Deutschland der interessanteste Markt, weil er überproportional vom Export profitiert. Und hier wiederum sind es die kleineren, hoch spezialisierten Export-Unternehmen, also die Nebenwerte.

Es ist tatsächlich nur ein Zufall, dass die Anlagestrategie unseres wikifolios (https://www.wikifolio.com/de/de/wikifolio/quality-fundamental-selection) genau in diese Werte - in deutsche Nebenwerte - investiert :-) Natürlich erkennt man auch an den finanziellen Kennzahlen der Aktiengesellschaften, ob sie eine "Pole Position" in der aktuellen Wirtschaftslage haben...

Freitag, 17. Februar 2017

Gedanken zum Ausblick der US- und EU-Märkten Teil 1

Trump, Eurokrise, billiges Geld der Notenbanken, hohe Aktienbewertungen, Negativzinsen, Euphorie und Crashpropheten - wie geht es weiter an den Aktienmärkten? Wo kann man investieren, wo eher nicht?

Ein paar Gedanken zu der makroskopischen Situation:

Die weltweiten Märkte befinden sich im schwierigen Fahrwasser. Unterschiedliche Experten warnen vor latenten Problemen an den wichtigsten Märkten der Welt:

  • Die Aktien USA sind stark überbewertet. Der Shiller-KGV ist hoch, wie selten (in der Vergangenheit wurde das Niveau meist nur vor größeren Krisen erreicht)
  • China hat ein massives Schuldenproblem, und hängt im hohen Maße von der Wirtschaft der USA ab
  • Europa kriselt in mehrfacher Hinsicht: Eurokrise, massive wirtschaftliche Probleme der Südländer Italien, Spanien, Portugal; Zunehmende Austritts-Bestrebungen diverser Länder.
Weiterhin steckt die Welt in einer gewaltigen Verschuldungskrise. Was also tun? In Panik verkaufen und sich in den Atombunker zurückziehen?

Aus meiner Sicht erfordert die Situation eine differenzierte Betrachtung:

USA

Situation:

  • Fakt: Die US-Märkte sind überbewertet.
  • Fakt: die Verschuldung hat zugenommen. Viele Unternehmen haben Schulden zu Billig-Zinsen aufgenommen, um beispielsweise Aktien zurückzukaufen. Das hat die Aktienpreise nach oben bewegt.
  • Fakt: Die FED kündigt weitere Zinsschritte ein, d.h. sie beendet die Zeit des billigen Geldes.
  • Fakt: Trump hat sich "Protektionismus" auf die Fahnen geschrieben. "America First" bedeutet: Strafzölle auf Importe

Risiken und Folgen:

Verschuldung der Unternehmen

  • In den US-Märkten sind viele positive Zukunftsaussichten eingepreist, aber keine Worst-Case-Szenarien.
  • Die billigen Schulden der Unternehmen laufen irgendwann aus. 
    • Entweder, diese Unternehmenskredite werden zur Laufzeit getilgt - dann wirkt es sich in den nächsten Jahren negativ auf die Unternehmensgewinne aus --> von den Gewinnen müssen ja die Tilgungen bezahlt werden
    • Oder die Unternehmenskredite werden am Ende der Laufzeit fällig gestellt - dann müssen die Unternehmen umschulden - in einer Zeit, wo die Zinsen garantiert höher liegen werden. Das wird sich in 5-10 Jahren negativ auf die Unternehmensgewinne auswirken.
  • => Dank des billigen Notenbank-Geld wurde die Verschuldung der Unternehmen erhöht, die kurzfristig zu optisch höheren Unternehmensgewinnen (niedrigeren KGV) führt, langfristig aber einen negativen Effekt hat (KGV wird steigen)
  • Interpretation: Die hohen Unternehmensgewinne in USA sind (teilweise) nur vorgezogene Gewinne aus der Zukunft
  • => Wenn der KGV der Unternehmen bereits jetzt zu hoch ist, wird mit steigenden Zinsen der KGV weiter steigen und damit die Überbewertung.
  • => Eine Korrektur der Märkte ist mittelfristig zu erwarten

Trumps Politik / Protektionismus

  • Strafzölle für Importe bedeuten:
    • Höhere Preise für Konsumgüter im Heimatland --> sinkende Konsumfreude (in einem Land, in dem der Konsum/Binnenmarkt) der wichtigste Wirtschaftstreiber ist
    • Abwertung nicht-Dollar-Währungen: die Strafzölle könnten sich durch schwächere Währungen der Export-Länder ausgleichen --> konstante Kosten für importierte Güter in USA trotz Strafzöllen, dafür abnehmende Konkurrenzfähigkeit von US-Produkten auf dem Weltmarkt
  • => Der Protektionismus würgt entweder den US-Binnenmarkt ab, und damit einen wichtigen Wirtschaftstreiber, oder die Exportchancen der US-Wirtschaft --> negativer Einfluss auf die Märkte

Fazit USA

Mein Ausblick ist negativ: die hohe Bewertung der Aktienmärkte wird fundamental mittelfristig nicht gerechtfertigt sein, Trumps Protektionismus könnte der US-Wirtschaft zusätzlich mehr schaden, als nützen.




Wie steht es nun mit Europa? Des einen Freud' des anderen Leid'? Oder hängt Europa am Topf der USA?

dazu mehr im späteren Beitrag....

Samstag, 11. Februar 2017

Hinweise zum Investieren / Kauf von Anteilen

Gehandelte Börsen

Unser wikifolio-Zertifikat ist über zwei Börsen handelbar:

  • Lang & Schwarz außerbörslicher Handel
  • Börse Stuttgart
Die ISIN (Wertpapiernummer) ist hier zu finden: https://www.wikifolio.com/de/de/wikifolio/quality-fundamental-selection

Sie können bei Ihrem Broker eine Kauforder für eine dieser Börsen erteilen.

Tipps zum Kauf

Lang & Schwarz stellt kontinuierlich Kauf- und Verkaufskurse (Geld- und Brief-Kurse) für das Zertifikat fest.

Möchten Sie das Zertifikat kaufen, gilt der "Brief-Kurs". Dieser liegt geringfügig über dem notierten Mittelkurs. In dem u.g. Beispiel liegt der Mittelkurs bei € 129,00, der Briefkurs bei € 129,79. Wenn Sie eine limitierte Order eingeben, sollten Sie dieses berücksichtigen. 

Die aktuelle Notierung können Sie hier verfolgen: https://www.ls-tc.de/de/wikifolio/255834


Profi-Tipp

Wie man im Verlauf sieht, sind die Kursschwankungen von Tag zu Tag sehr gering! Das ist sehr positiv, es zeigt, dass das Risiko für Ihr Investment sehr gering ist (vergleichen Sie die Schwankungen mit den Schwankungen des DAX!)

Innerhalb eines Tages kann es stärkere Schwankungen geben (in der Regel im Bereich 0,2 - 0,5%). Das können Sie beim Kauf nutzen! Setzen Sie das Limit etwas unter dem aktuellen Brief-Kurs. Mit etwas Glück können Sie ein paar Cent sparen.

Gerne lege ich persönlich eine Kaskade von Kaufordern. Liegt der Briefkurs bei € 129,79 wie im Beispiel oben, platziere ich mehrere Order:
  • 50 Stück mit Limit € 129,53 (-0,26 € --> -0,20% )
  • 50 Stück mit Limit € 129,27 (-0,52 € --> -0,40% )
  • 50 Stück mit Limit € 129,14 (-0,65 € --> -0,50% )

Manchmal stelle ich auch langlaufende Kauforder mit einem Limit von -1%, -2%, -3% unter Briefkurs ein, um kurzzeitige Kursschwächen automatisch auszunutzen.

Ist der Kauf erfolgt, heißt es warten :-) In der Vergangenheit hat sich der Kurs sehr zuverlässig nach oben entwickelt. Dennoch sollte man die Investition als langfristige Anlage verstehen, da erst der Zinseszins-Effekt eine wirklich schöne Rendite generiert.

Informationen zum Wikifolio "Quality fundamental Selection"

Willkommen auf unserer Informationsseite zum Wikifolio "Quality fundamental Selection"!

Diese Informationsseite soll weitergehende Informationen und Hintergründe zu diesem wikifolio liefern.

Das wichtigste in Kürze:

Ziel des Wikifolios

  • Überdurchschnittliche Performance
  • Kapitalerhalt

Dieses Ziel konnten wir durch die Gestaltung der richtigen Strategie bislang sehr gut erreichen:
  • Tagesschwankungen (Volatilität) deutlich geringer als im DAX
  • Max. Drawback: 8% (Stand 11.02.2017). Max. Drawback DAX in der Zeit: deutlich über 15%
  • Performance: 29,0% innerhalb von 11 Monaten (Stand 11.02.2017)

Anlagestrategie

Das wikifolio wird auf Basis einer quantitativen Strategie geführt. Ein entsprechendes Kennzahlensystem betrachtet die interessantesten Aktien nach folgenden Gesichtspunkten:

  • Qualität: die wirtschaftliche Qualität eines Unternehmens, etwa die Umsatzrendite, Verschuldungsgrad, etc. 
  • Value: das Bewertungsniveau des Unternehmens, etwa KGV, PEG und Price-to-Sales-Ratio. 
  • Momentum: die Dynamik des Kursverlaufs, aber auch der Gewinnentwicklung etc.

Das entsprechende Kennzahlensystem hat im Backtesting eine interessante Performance und Chancen-/Risikoprofil gezeigt. Der Fokus liegt dabei auf den deutschen Nebenwerten, da hier bessere Geschäftsentwicklungen möglich sind, und bessere Chancen existieren, interessante, d.h. unterbewertete Werte zu finden.

Anlageziele


  1. Stabilität, Robustheit gegenüber Schwankungen der Leitindizes 
  2. Überperformance, langfristig bessere Kursentwicklung 

Committment

Neben dem wikifolio wird auch ein Echtgeld-Depot mit ähnlicher Zusammensetzung geführt, d.h. es gibt ein vitales Interesse, die o.g. Anlageziele einzuhalten. Selbstverständlich wurde auch eigenes Geld in das wikifolio-Zertifikat investiert.

Eckdaten


  • Auflage: 03.03.2016
  • Performance seit Beginn: +20,87% (Stichtag 23.10.2016) 
  • Maximaler Verlust: -8,09% (trat auf zum Zeitpunkt des Brexit-Referendums, als der DAX Schwankungen von 15% und mehr hinnehmen musste) 
  • Emission: 07.06.2016 


Link zu wikifolio: --> Quality Fundamental Selection <--