Wie steht es nun mit Euroland?
Europa
Situation:
- Die Verschuldungskrise in Euroland ist nicht gelöst - im Gegenteil: sie verschärft sind. Problem sind die Ländern Italien, Spanien, Portugal, Irland, aber auch Frankreich: Die Wirtschaft hat sich seit der großen Krise nicht stabilisiert
- Ziel der EZB: mit billigem Buchgeld eine Abwertung des Euro erreichen, damit dieser einen fairen Wert zur tatsächlichen Wirtschaftsleistung der jeweiligen Länder hat (mit einem zu starkem Euro können sich die Krisenwirtschaften nicht erholen)
- Die EZB plant, das Quantitative Easing (QE) fortzusetzen. Bis Ende 2017 sollen 2,3 Billionen(!) Euro frisch gedruckten Geldes in die Märkte gepumpt worden sein.
Risiken und Folgen:
Verschuldung / Zinsen
- Die EZB ist gezwungen, das QE-Programm fortzusetzen. Eine rasche Erholung der Südländer ist nicht zu erwarten (sie haben auch seit 2008 trotz Geldflut noch immer nicht das Vorkrisen-Niveau von vor 2007 erreicht!)
- Ein Zinsanstieg würde zu einem Staatbankrott einiger Staaten führen, daher werden aus politischen Gründen die Zinsen weiterhin nach unten manipuliert
- Durch steigende Zinsen in USA wird der US-Dollar zusätzlich "attraktiv", und das Geld wird nach Möglichkeit verstärkt von Euro nach Dollar abfließen. Damit wird der US-Dollar im Vergleich zum Euro stärker.
Euro / Wirtschaft
- Der Euro wird weiterhin abgewertet, oder -andersherum betrachtet- steigt der US-Dollar
- Die Kaufkraft des Euro sinkt, Importe werden teuerer
- Die Exportwirtschaft profitiert vom schwachen Euro und verbessert ihre Konkurrenzfähigkeit
Schön und gut, aber was bedeutet das nun für die Aktienmärkte in Europa?
Fazit Euroland
- Europas Aktienmärkte werden auch in diesem Jahr noch maßgeblich vom billigen Notenbank-Geld der EZB getragen und angehoben.
- Sie steigen, dürften zumindest nominell den S&P500 outperformen (gemessen in Dollar dürfte der Wert jedoch bestenfalls stagnieren. Solange man seine Lebenshaltung in Euro bezahlt, interessiert das jedoch nur begrenzt)
- Unternehmen der Exportwirtschaft werden profitieren. Das wird vor allem die Wirtschaft in Deutschland sein. Und hier insbesondere die kleineren Nebenwerte.
Kurzum: Als EU-Bürger kann es sinn machen, in europäischen Aktien zu investieren. Vereinfacht gesagt, sollte man die Kursanstiege durch die Kaufprogramme der EZB nutzen. Komplizierter gesagt dürften europäische Aktien am Besten Stand halten gegen die Verwässerungseffekte durch das EZB-Buchgeld (die Aktien steigen mit der Geldmenge, im Gegensatz dazu bleibt das Sparbuch auf selben Niveau und verliert damit real an Wert).
Innerhalb von Europa ist Deutschland der interessanteste Markt, weil er überproportional vom Export profitiert. Und hier wiederum sind es die kleineren, hoch spezialisierten Export-Unternehmen, also die Nebenwerte.
Es ist tatsächlich nur ein Zufall, dass die Anlagestrategie unseres wikifolios (https://www.wikifolio.com/de/de/wikifolio/quality-fundamental-selection) genau in diese Werte - in deutsche Nebenwerte - investiert :-) Natürlich erkennt man auch an den finanziellen Kennzahlen der Aktiengesellschaften, ob sie eine "Pole Position" in der aktuellen Wirtschaftslage haben...

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